News
16.11.2017

Brandenburger Zukunftsdialog: Gemeinsam stark für die Zukunft der Ernährung

Unter dem Motto "Die Zukunft unserer Ernährung - Innovationen aus Brandenburg" sorgten rund 80 Gäste aus verschiedensten Bereichen der Ernährungswirtschaft auf dem 26. Brandenburger Zukunftsdialog am 14. November in der Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund in Berlin für ein vielfältiges Publikum. Die zahlreichen Teilnehmer spiegelten die stark heterogene Struktur der Region wider.

Nach den einleitenden Worten von Brandenburgs Staatssekretär Hendrik Fischer präsentierte Prof. Dr. Bellingrath-Kimura ihre Keynote zum Thema "Innovationspotenzial von Proteinproduktion auf dem Acker“, die auf die weltweiten Probleme im Ernährungsbereich einging:

  • Wachstum der Weltbevölkerung
  • Temperaturanstieg, Wasserknappheit
  • Veränderung der Landnutzungssysteme etc.

Das regionale Handeln beeinflusst die komplexen Systeme der Nährstoffkreisläufe und somit direkt die Lebensmittelproduktion. In diesem Kontext haben die Leguminosen einen begünstigenden Effekt, einerseits Diversität in die Eiweißversorgung zu bringen, andererseits durch die biologische N-Fixierung von Knöllchen und durch den ackerbaulichen bzw. phytosanitären Stellenwert der Leguminose die Böden zu schützen.

Die Region zeigt ein großes Potential zum Anbau von Leguminosen, es wurde und werden weiterhin spezielle Versuche für u.a. Soja angelegt. Das Problem hierbei sind die schwankenden Erträge und damit die riskanten Einnahmemöglichkeiten der Landwirte. Das liegt auch am Rückgang der züchterischen Maßnahmen von regional angepassten Sorten. Erfreulicherweise ist der Anbau von Hülsenfrüchten in Deutschland wieder angestiegen, jedoch wird in großen Mengen Soja weiterhin importiert.

Die Key Note war eine sehr gute Basis für die anschließende Podiumsdiskussion, die von Dr. Steffen Kammradt (Sprecher der Geschäftsführung, WFBB) moderiert wurde. Die Diskussionspartner waren:

  • Hendrik Fischer | Staatssekretär für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg
  • Elisabeth Bünder | Referat 516 Ökologischer Landbau, Agrarumweltmaßnahmen | Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
  • Prof. Dr. Sascha Rohn | Vorstand des Instituts für Lebensmittel- und Umweltforschung, Potsdam-Rehbrücke und Professor für Lebensmittelchemie der Universität Hamburg
  • Heinrich Katz | Geschäftsführer der Hermetia Baruth GmbH     
  • Prof. Dr. Sonoko Dorothea Bellingrath-Kimura | Leiterin des Instituts für Landnutzungssysteme am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V.

Aus diesem Problemfeld hatten sich viele Fragen ergeben, die heiss diskutiert wurden:

  • Was tut die Landesregierung, um Unternehmen – speziell auch die der Ernährungswirtschaft fit für die Zukunft zu machen?
  • Wie können die Unternehmen der Hauptstadtregion auf die Chancen und Herausforderungen reagieren?
  • Wie können aus den Restriktionen neue Perspektiven werden?

Sehr früh kamen neue Fragen bzw. Kommentare aus dem Publikum:

  • Obwohl in so vielen anderen Bereichen der Fortschritt und die Innovation unterstützt wird, ist das Potenzial der Ernährungswirtschaft noch nicht wirklich entdeckt worden?!
  • Ist das Risikomanagement in Deutschland nicht zu streng: Sollten wir nicht stärker zwischen low, medium, high risk differenzieren?
  • Haben die zu Zeiten von BSE oder anderen Lebensmittelkrisen entstandene Auflagen noch Relevanz?
  • Gibt es unter diesen Umständen Platz für Innovation?

Nach der großen kontroversen aber auch inspirierenden Diskussionsrunde mit allen Beteiligten hatten die Teilnehmer die Gelegenheit bei Snack und Wein die angesprochenen Themen zu vertiefen und  auszutauschen.

Impressionen: Zukunftsdialog Brandenburg